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KI-Modell

Hinter jeder KI-Antwort steht ein Modell, das die Eingabe verarbeitet und eine Antwort generiert. KI-Modelle sind die technologische Grundlage von ChatGPT, Gemini, Claude und anderen Systemen. Für Unternehmen, die ihre digitale Sichtbarkeit optimieren wollen, ist das Verständnis dieser Modelle entscheidend, denn jedes Modell liefert unterschiedliche Antworten auf denselben Prompt.

Definition
Ein KI-Modell (auch: AI Model) ist ein mathematisches System, das auf grossen Datenmengen trainiert wurde, um Sprache zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen und eigenständig Texte, Bilder oder andere Inhalte zu generieren. Im Kontext von Generative Engine Optimization sind vor allem Large Language Models (LLMs) relevant, also grosse Sprachmodelle wie GPT, Gemini oder Claude, die auf natürlichsprachliche Eingaben antworten und dabei entscheiden, welche Marken, Unternehmen und Quellen sie in ihren Antworten nennen.

Warum KI-Modelle für Unternehmen wichtig sind

Wenn ein Nutzer eine Frage an ChatGPT, Google Gemini oder Perplexity stellt, verarbeitet im Hintergrund ein KI-Modell diese Eingabe. Jedes Modell wurde auf unterschiedlichen Daten trainiert, nutzt verschiedene Architekturen und gewichtet Quellen nach eigenen Kriterien. Das Ergebnis: Derselbe Prompt kann bei verschiedenen Modellen zu völlig unterschiedlichen Antworten führen. Ein Unternehmen, das bei ChatGPT als Empfehlung erscheint, wird von Gemini möglicherweise gar nicht erwähnt.

Laut einer Analyse von SimilarWeb teilen sich ChatGPT und Gemini zusammen über 85 Prozent des globalen Web-Traffics im Bereich generativer KI. Die verbleibenden Anteile verteilen sich auf DeepSeek, Grok, Claude, Perplexity und Microsoft Copilot. Für die KI-Sichtbarkeit eines Unternehmens bedeutet das: Wer nur ein einziges Modell im Blick hat, übersieht einen grossen Teil des Marktes.

Untersuchungen der Princeton University zeigen, dass verschiedene KI-Modelle dieselben Quellen unterschiedlich bewerten. Ein Modell, das besonders auf Autorität und Zitierhäufigkeit achtet, bevorzugt andere Inhalte als eines, das stärker auf Aktualität und semantische Relevanz setzt. Unternehmen müssen deshalb verstehen, wie die einzelnen Modelle funktionieren und welche Faktoren eine Brand Mention in der jeweiligen Antwort begünstigen.

  • Unterschiedliche Trainingsdaten
    Jedes Modell wurde auf einem eigenen Datensatz trainiert und hat daher einen anderen Wissensstand
  • Eigene Ranking-Logik
    Modelle gewichten Autorität, Aktualität und Relevanz unterschiedlich bei der Antwortgenerierung
  • Verschiedene Kontextfenster
    Die Menge an Text, die ein Modell gleichzeitig verarbeiten kann, variiert erheblich zwischen den Anbietern
  • Regelmässige Updates
    Modelle werden laufend aktualisiert, wodurch sich Antworten und Empfehlungen über die Zeit verändern

Die wichtigsten KI-Modelle im Überblick

Der Markt für KI-Modelle wird von einer Handvoll grosser Anbieter dominiert. Jedes Modell hat eigene Stärken, die sich direkt darauf auswirken, wie es Inhalte bewertet und welche Unternehmen es in seinen Antworten empfiehlt. Für eine fundierte GEO-Strategie ist es wichtig, die Unterschiede zu kennen.

OpenAI
ChatGPT (GPT-Serie)
Marktführer mit dem grössten Nutzeranteil. Stark bei allgemeinen Aufgaben, kreativem Schreiben und Konversation. Wird auch von Drittanbietern über die API eingebunden.
Google
Gemini
Tief in das Google-Ökosystem integriert (Suche, Gmail, Android). Wächst am schnellsten und hat ein sehr grosses Kontextfenster für umfangreiche Analysen.
Anthropic
Claude
Besonders stark bei Programmierung, Dokumentenanalyse und langen Texten. Im Enterprise-Segment sehr verbreitet, mit Fokus auf Sicherheit und Zuverlässigkeit.
Perplexity AI
Perplexity
Kombiniert KI mit Echtzeit-Websuche und liefert Antworten mit Quellenangaben. Besonders relevant, weil Citations direkt sichtbar sind.

Daneben gewinnen weitere Modelle an Bedeutung: DeepSeek aus China positioniert sich als kostengünstige Alternative, Grok von xAI nutzt Echtzeit-Daten der Plattform X, und Llama von Meta ist als Open-Source-Modell die Grundlage vieler Drittanbieter-Anwendungen. Laut Business Insider und dem Ranking-Portal lmarena.ai liefern sich die führenden Modelle je nach Aufgabenbereich ein enges Rennen, wobei kein einzelnes Modell in allen Kategorien dominiert.

Wie KI-Modelle Antworten generieren

Wenn ein Nutzer einen Prompt eingibt, durchläuft das KI-Modell mehrere Verarbeitungsschritte, bevor eine Antwort erscheint. Das Verständnis dieser Schritte hilft Unternehmen dabei, ihre Inhalte so aufzubereiten, dass Modelle sie als relevante Quelle erkennen.

01
Tokenisierung
Der eingegebene Text wird in kleinere Einheiten (Tokens) zerlegt. Ein Token entspricht etwa einem Wort oder Wortteil. Das Modell verarbeitet nicht Buchstaben, sondern diese Token-Sequenzen.
02
Kontextverarbeitung
Das Modell analysiert den gesamten Kontext des Prompts und gleicht ihn mit seinen Trainingsdaten ab. Je grösser das Kontextfenster, desto mehr Zusammenhang kann berücksichtigt werden.
03
Wissensabruf
Das Modell greift auf seine Trainingsdaten zurück, um relevante Informationen zu identifizieren. Einige Modelle ergänzen diesen Schritt durch Echtzeit-Websuche (Retrieval Augmented Generation).
04
Antwortgenerierung
Basierend auf den verarbeiteten Informationen generiert das Modell Token für Token eine Antwort und entscheidet dabei, welche Quellen, Marken und Fakten es einbezieht.

Entscheidend für Unternehmen ist vor allem der dritte Schritt: das Wissensabruf. Hier entscheidet sich, ob ein Unternehmen als relevante Quelle erkannt wird oder nicht. Faktoren wie strukturierte Daten (Schema Markup), Autorität der Website, Häufigkeit der Erwähnung in Quellen und semantische Relevanz spielen dabei eine zentrale Rolle. Eine Untersuchung von BrightEdge bestätigt, dass Webseiten mit strukturierten Daten und konsistenter inhaltlicher Autorität deutlich häufiger in KI-Antworten referenziert werden.

KI-Modelle und KI-Sichtbarkeit

Die KI-Sichtbarkeit eines Unternehmens wird massgeblich davon bestimmt, bei wie vielen und bei welchen KI-Modellen es in den Antworten auftaucht. Da jedes Modell eigene Bewertungskriterien nutzt, reicht eine Optimierung für ein einziges Modell nicht aus.

Praxis-Tipp: Multi-Modell-Tracking
Tracke deine Brand Mentions nicht nur bei einem, sondern bei mindestens drei bis vier verschiedenen KI-Modellen gleichzeitig. So erkennst du frühzeitig, bei welchem Modell du bereits sichtbar bist und wo Optimierungspotenzial besteht. Die Mention Rate pro Modell zeigt dir genau, wo du stehst.

Ein konkretes Beispiel: Ein Friseursalon in Koblenz wird bei ChatGPT auf die Frage „Welcher Friseur in Koblenz hat die besten Bewertungen?" möglicherweise erwähnt, weil das Modell Google-Bewertungen in seinen Trainingsdaten hat. Dasselbe Unternehmen fehlt aber bei Gemini, weil dort andere Datenquellen stärker gewichtet werden. Durch systematisches Tracking über mehrere Modelle hinweg lassen sich solche Lücken identifizieren und gezielt schliessen.

Laut SISTRIX verändert sich die Art, wie Nutzer nach Informationen suchen, grundlegend. Immer mehr Anfragen werden nicht mehr als klassische Google-Suche formuliert, sondern als natürlichsprachliche Fragen an KI-Modelle. Für Unternehmen bedeutet das eine zusätzliche Ebene der Sichtbarkeit, die neben dem klassischen SEO-Ranking bewirtschaftet werden muss.

KI-Modelle im Vergleich für GEO

Nicht alle KI-Modelle sind für die Generative Engine Optimization gleich relevant. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede, die für die Optimierung der eigenen KI-Sichtbarkeit entscheidend sind.

ModellAnbieterStärke für GEORelevanter Faktor
ChatGPTOpenAIGrösste Nutzerbasis, hohe Reichweite bei Consumer-AnfragenBrand Mentions
GeminiGoogleDirekter Einfluss auf Google AI Overviews und die WebsucheCitations
ClaudeAnthropicStarke Position im Enterprise-Bereich, lange DokumentenanalysenMention Rate
PerplexityPerplexity AIEchtzeitsuche mit Quellenangaben, hohe Sichtbarkeit von QuelllinksCitations
DeepSeekDeepSeek (China)Wachsende Nutzerbasis, besonders im asiatischen MarktBrand Mentions

Die Tabelle zeigt: Für eine umfassende GEO-Strategie müssen Unternehmen mindestens ChatGPT und Gemini abdecken, da diese zusammen den grössten Marktanteil haben. Perplexity ist besonders relevant, weil es als einziges Modell standardmässig Quelllinks in den Antworten anzeigt und damit direkte Citations ermöglicht.

Optimierung für mehrere KI-Modelle

Die gute Nachricht: Viele Optimierungsmassnahmen wirken modellübergreifend. Wer seine Inhalte für ein Modell optimiert, verbessert in der Regel auch die Sichtbarkeit bei anderen. Dennoch gibt es modellspezifische Besonderheiten, die beachtet werden sollten.

Häufige Fehler
  • Nur auf ein einziges Modell optimieren
  • Keyword-Stuffing statt natürlicher Sprache
  • Keine strukturierten Daten auf der Website
  • Tracking nur als einmalige Aktion statt kontinuierlich
  • Veraltete oder widersprüchliche Unternehmensinformationen
Richtige Strategie
  • Multi-Modell-Tracking über mindestens 3 Anbieter
  • Natürlichsprachliche, autoritative Inhalte erstellen
  • Schema Markup und strukturierte Daten einsetzen
  • Monatliches Monitoring mit Trend-Analyse
  • Konsistente NAP-Daten über alle Plattformen hinweg

Studien von HubSpot und Semrush zeigen, dass Websites mit klarer inhaltlicher Autorität, konsistenten Unternehmensinformationen und regelmässig aktualisierten Inhalten von KI-Modellen deutlich häufiger als Quelle herangezogen werden. Dabei gilt: Qualität schlägt Quantität. Ein gut recherchierter, umfassender Fachartikel wird von Modellen höher gewichtet als zehn oberflächliche Blogartikel zum selben Thema.

Wichtig: KI-Modelle ändern sich ständig
Die führenden Anbieter aktualisieren ihre Modelle mehrmals jährlich. Ein gutes Ranking bei einem Modell kann nach einem Update verloren gehen. Regelmässiges Tracking ist deshalb keine Option, sondern Pflicht. Wer die Mention Rate über Zeit beobachtet, erkennt Veränderungen frühzeitig.

So misst man die Sichtbarkeit bei KI-Modellen

Im Gegensatz zur klassischen Google-Suche, wo das Ranking einer Website über die Search Console messbar ist, gibt es für KI-Modelle keine offizielle Ranking-API. Die Messung der KI-Sichtbarkeit erfolgt stattdessen über systematisches Prompt-Tracking: Relevante Prompts werden regelmässig an verschiedene Modelle gesendet und die Antworten auf Erwähnungen des eigenen Unternehmens analysiert.

  • Prompts definieren
    Typische Kundenfragen und Vergleichsanfragen identifizieren, die potenzielle Kunden an KI-Modelle stellen
  • Modelle auswählen
    Mindestens ChatGPT, Gemini und ein weiteres Modell (z.B. Perplexity oder Claude) in das Tracking einbeziehen
  • Regelmässig tracken
    Prompts in festgelegten Intervallen absenden und Ergebnisse systematisch auswerten
  • Kennzahlen auswerten
    Mention Rate, Brand Mentions und Citations pro Modell messen und Veränderungen über Zeit dokumentieren
  • Massnahmen ableiten
    Auf Basis der Daten gezielte Optimierungen durchführen und deren Wirkung im nächsten Tracking-Zyklus prüfen

Tools wie der GEO Tracker auf mein.onlinewachsen.de automatisieren diesen Prozess: Sie senden Keywords als Prompts an mehrere KI-Modelle gleichzeitig und liefern eine übersichtliche Auswertung der Mention Rate pro Modell, inklusive Verlaufsdarstellung über Zeit.


Häufige Fragen zu KI-Modellen

Was ist ein KI-Modell?
+

Ein KI-Modell ist ein auf grossen Datenmengen trainiertes System, das natürliche Sprache versteht und eigenständig Antworten generiert. Bekannte Beispiele sind ChatGPT von OpenAI, Gemini von Google und Claude von Anthropic. Jedes Modell hat eigene Stärken und liefert auf denselben Prompt unterschiedliche Ergebnisse.

Warum liefern verschiedene KI-Modelle unterschiedliche Antworten?
+

Jedes Modell wurde auf anderen Datensätzen trainiert und nutzt eigene Algorithmen zur Gewichtung von Informationen. Dadurch bewertet jedes Modell Quellen, Autorität und Relevanz anders. Ein Unternehmen kann bei ChatGPT sichtbar sein, bei Gemini aber fehlen. Deshalb ist Multi-Modell-Tracking für die KI-Sichtbarkeit entscheidend.

Welches KI-Modell ist das wichtigste für mein Unternehmen?
+

ChatGPT hat aktuell die grösste Nutzerbasis, aber Gemini wächst schnell und ist direkt mit der Google-Suche verknüpft. Für eine vollständige GEO-Strategie sollten mindestens drei Modelle regelmässig getrackt werden, um ein realistisches Bild der eigenen Sichtbarkeit zu erhalten.

Wie kann ich beeinflussen, ob mein Unternehmen bei KI-Modellen genannt wird?
+

Durch gezielte Generative Engine Optimization: Autoritative Inhalte erstellen, Schema Markup einsetzen, konsistente Unternehmensinformationen pflegen und regelmässig die eigene Mention Rate über mehrere Modelle tracken. Je häufiger und konsistenter ein Unternehmen als Quelle in hochwertigen Inhalten erscheint, desto wahrscheinlicher wird es von Modellen zitiert.

Was ist der Unterschied zwischen einem KI-Modell und einem LLM?
+

Ein Large Language Model (LLM) ist eine spezifische Art von KI-Modell, die auf Textverarbeitung spezialisiert ist. Der Begriff KI-Modell ist breiter und umfasst auch Systeme für Bildgenerierung, Spracherkennung oder Videoerstellung. Im Kontext von GEO sind vor allem LLMs relevant, da sie textbasierte Antworten auf Nutzeranfragen generieren.

Wie oft ändern sich KI-Modelle?
+

Die führenden Anbieter veröffentlichen mehrmals jährlich neue Versionen ihrer Modelle, teilweise mit gravierenden Veränderungen in der Antwortqualität. Ein Update kann dazu führen, dass ein Unternehmen, das zuvor regelmässig erwähnt wurde, plötzlich nicht mehr in den Antworten auftaucht. Regelmässiges Tracking der Brand Mentions macht solche Veränderungen sichtbar.

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