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    Core Web Vitals

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    Seit 2021 sind die Core Web Vitals ein offizieller Google-Rankingfaktor. Sie messen, wie schnell und stabil eine Seite aus Nutzerperspektive lädt – und beeinflussen damit sowohl Rankings als auch Conversion-Rate direkt.

    Definition
    Core Web Vitals sind drei von Google definierte Metriken, die die Ladeperformance und Nutzererfahrung einer Website messen. Sie sind Teil des übergeordneten Page Experience-Signals und fließen als Rankingfaktor in den Google-Algorithmus ein. Die drei Metriken heißen LCP (Largest Contentful Paint), CLS (Cumulative Layout Shift) und INP (Interaction to Next Paint).

    Die drei Core Web Vitals im Detail

    Jede Metrik misst einen anderen Aspekt der Nutzererfahrung – Ladegeschwindigkeit, visuelle Stabilität und Interaktivität. Google bewertet sie in drei Kategorien: gut, verbesserungswürdig und schlecht.

    LCP
    Largest Contentful Paint

    Misst, wie lange es dauert, bis das größte sichtbare Element (Bild, Überschrift, Video-Thumbnail) vollständig geladen ist. Entspricht dem subjektiven Eindruck von Ladegeschwindigkeit.

    Gut: ≤ 2,5 s
    Mäßig: 2,5 – 4,0 s
    Schlecht: > 4,0 s
    CLS
    Cumulative Layout Shift

    Misst unerwartete Verschiebungen des Seitenlayouts während des Ladens – z. B. wenn ein Banner nachlädt und den Text nach unten schiebt. Einheit: dimensionsloser Score.

    Gut: ≤ 0,1
    Mäßig: 0,1 – 0,25
    Schlecht: > 0,25
    INP
    Interaction to Next Paint

    Misst die Reaktionszeit der Seite auf Nutzereingaben (Klick, Tippen, Tastatur) – von der Eingabe bis zur nächsten sichtbaren Änderung. Ersetzt seit März 2024 den FID.

    Gut: ≤ 200 ms
    Mäßig: 200 – 500 ms
    Schlecht: > 500 ms

    Häufige Ursachen und Optimierungsansätze

    Metrik Häufige Ursachen Lösungsansätze
    LCP Unkomprimierte Bilder, langsamer Server, render-blockierendes CSS/JS Bilder in WebP konvertieren, CDN nutzen, Hero-Bild preloaden, CSS inline laden
    CLS Bilder ohne definierte Größenangaben, nachladende Werbebanner, Web Fonts width/height-Attribute für alle Medien setzen, Anzeigenplätze mit fester Höhe reservieren, font-display: swap
    INP Schweres JavaScript, langer Main Thread, zu viele Event Listener JS aufteilen und lazy laden, lange Tasks in kleinere aufbrechen, unnötige Third-Party-Scripts entfernen

    Wie werden Core Web Vitals gemessen?

    Google unterscheidet zwischen Lab-Daten (simulierte Messungen in kontrollierten Bedingungen) und Field-Daten (reale Nutzerdaten aus dem Chrome User Experience Report). Für das Ranking zählen ausschließlich die Field-Daten:

    PSI
    PageSpeed Insights
    Googles Haupttool für Core Web Vitals. Zeigt sowohl Lab- als auch Field-Daten für jede URL, inklusive konkreter Verbesserungsvorschläge.
    Kostenlos
    GSC
    Google Search Console
    Zeigt Core Web Vitals-Probleme aggregiert für die gesamte Website. Unterscheidet zwischen mobil und Desktop und gruppiert ähnliche URLs.
    Kostenlos
    LH
    Lighthouse
    Open-Source-Audittool von Google, direkt in Chrome DevTools integriert. Liefert detaillierte Lab-Messungen und Performance-Score.
    Kostenlos
    CrUX
    Chrome UX Report (CrUX)
    Googles Datenbank mit realen Nutzerdaten aus Chrome. Basis für alle Field-Daten in PageSpeed Insights und der Search Console.
    Kostenlos

    Gut vs. schlecht in der Praxis

    Typische Probleme
    • Hero-Bild wird als PNG mit 2 MB geladen – LCP > 5 s
    • Cookie-Banner schiebt beim Laden den gesamten Inhalt nach unten – CLS > 0,3
    • Schweres Analytics- und Chat-Widget blockiert den Main Thread – INP > 600 ms
    • Kein CDN – Server in den USA, Nutzer in Deutschland wartet länger
    • Google Fonts werden synchron geladen und blockieren das Rendering
    Optimierte Umsetzung
    • Hero-Bild als WebP, komprimiert auf unter 100 KB, mit fetchpriority="high" pregeladen
    • Cookie-Banner mit reserviertem Platz oder als Overlay ohne Layout-Verschiebung
    • Third-Party-Scripts asynchron oder verzögert nach User Interaction laden
    • CDN mit europäischen Edge-Nodes – TTFB unter 200 ms
    • Schriften lokal hosten oder mit font-display: swap einbinden

    Häufige Fragen

    Wie stark beeinflussen Core Web Vitals das Ranking wirklich?
    +

    Google bezeichnet Core Web Vitals als „Tiebreaker" – bei inhaltlich gleichwertigen Seiten kann eine bessere Performance den Ausschlag geben. In der Praxis ist ihr direkter Ranking-Einfluss moderat. Indirekt wirken sie sich jedoch stark aus: Schnellere Seiten haben niedrigere Absprungraten, höhere Verweildauern und bessere Conversion-Rates – alles Signale, die Google positiv bewertet.

    Was ist der Unterschied zwischen Lab- und Field-Daten?
    +

    Lab-Daten werden in einer kontrollierten Umgebung mit simulierten Geräten und Verbindungsgeschwindigkeiten gemessen – reproduzierbar, aber nicht repräsentativ für alle Nutzer. Field-Daten stammen aus echten Chrome-Nutzern und spiegeln die tatsächliche Erfahrung wider. Für das Google-Ranking zählen ausschließlich Field-Daten. Fehlen ausreichend Felddaten, verwendet Google die Lab-Daten als Fallback.

    Was hat INP mit dem alten FID zu tun?
    +

    Der FID (First Input Delay) maß nur die Verzögerung bei der ersten Interaktion. INP ist präziser: Es erfasst die vollständige Reaktionszeit bei allen Interaktionen während der gesamten Sitzung und wählt den schlechtesten Wert. Seit März 2024 ist INP offiziell der Nachfolger von FID im Core Web Vitals Set.

    Muss ich Core Web Vitals für jede Unterseite separat optimieren?
    +

    Google bewertet Core Web Vitals auf URL-Ebene – jede Seite wird individuell gemessen. In der Search Console werden ähnliche Seiten jedoch gruppiert. Optimierungen auf Template-Ebene (z. B. alle Blogbeiträge oder alle Produktseiten) haben daher den größten Hebel, da sie viele URLs gleichzeitig verbessern.

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