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Suchnetzwerk vs. Displaynetzwerk

Google Ads besteht aus zwei grundlegend verschiedenen Werbeumgebungen. Das Suchnetzwerk fängt aktive Nachfrage ab – das Displaynetzwerk erzeugt Aufmerksamkeit, bevor jemand überhaupt sucht. Wer beide verwechselt, verbrennt Budget.

Definition
Das Suchnetzwerk umfasst die Google-Suchergebnisseiten sowie Suchpartner – Anzeigen erscheinen als Textanzeigen, wenn Nutzer aktiv nach einem Begriff suchen. Das Displaynetzwerk (GDN – Google Display Network) umfasst über zwei Millionen Websites, Apps und YouTube-Seiten, auf denen Google Banner- und Bildanzeigen ausspielt – unabhängig davon, ob der Nutzer gerade etwas sucht.

Suchnetzwerk vs. Displaynetzwerk – der direkte Vergleich

Suchnetzwerk
  • Nutzer sucht aktiv – hohe Kaufabsicht
  • Anzeigenformat: Text (Headline, Description, URL)
  • Targeting: Keywords
  • Typische CTR: 3–10 %
  • CPC meist höher – aber Traffic hochwertiger
  • Ideal für: direkte Conversions, lokale Dienstleister, B2B-Leads
Displaynetzwerk
  • Nutzer wird passiv angesprochen – niedrigere Kaufabsicht
  • Anzeigenformat: Bild, Banner, Video, responsive Anzeigen
  • Targeting: Zielgruppen, Themen, Placements, Remarketing
  • Typische CTR: 0,1–0,5 %
  • CPC meist niedriger – aber viele unqualifizierte Klicks möglich
  • Ideal für: Markenbekanntheit, Retargeting, Reichweite

Das Suchnetzwerk im Detail

Im Suchnetzwerk erscheinen Anzeigen direkt über und unter den organischen Suchergebnissen – gekennzeichnet mit dem kleinen Label „Gesponsert". Die Anzeige wird ausgeliefert, wenn eine Suchanfrage mit einem gebuchten Keyword übereinstimmt:

  • Pull-Marketing: Der Nutzer hat bereits Interesse signalisiert – die Anzeige beantwortet eine aktive Suchanfrage
  • Keyword-Steuerung: Exakte Kontrolle darüber, bei welchen Suchanfragen die Anzeige erscheint
  • Hohe Conversion-Rate: Nutzer mit konkreter Kaufabsicht konvertieren deutlich besser als passiv angesprochene Zielgruppen
  • Wettbewerb: Bei stark umkämpften Keywords können CPCs sehr hoch sein – Qualitätsfaktor ist entscheidend
  • Suchpartner: Optional können Anzeigen auch auf Partnerseiten wie Google Maps oder anderen Suchmaschinen erscheinen

Das Displaynetzwerk im Detail

Das Google Display Network erreicht laut Google über 90 % der Internetnutzer weltweit. Anzeigen erscheinen als Banner auf Nachrichtenportalen, Blogs, Apps und YouTube – dort, wo die Zielgruppe Zeit verbringt, nicht wo sie sucht:

Targeting
Zielgruppen

Ansprache nach Interessen, demografischen Merkmalen, Kaufabsichten oder ähnlichen Nutzern wie bestehenden Kunden (Similar Audiences).

Targeting
Themen & Placements

Anzeigen auf Websites zu bestimmten Themen schalten – oder gezielt auf einzelnen, manuell ausgewählten Websites (Managed Placements).

Targeting
Remarketing

Nutzer erneut ansprechen, die die eigene Website bereits besucht haben. Einer der effektivsten Einsatzfälle im Displaynetzwerk.

Format
Responsive Display Ads

Google kombiniert automatisch Bilder, Headlines und Descriptions zu Anzeigen in allen gängigen Formaten – keine manuelle Größenanpassung nötig.

Wann welches Netzwerk einsetzen?

ZielEmpfohlenes NetzwerkBegründung
Direkte Leads oder VerkäufeSuchnetzwerkNutzer hat aktive Kaufabsicht – höchste Conversion-Wahrscheinlichkeit
Markenbekanntheit aufbauenDisplaynetzwerkMaximale Reichweite zu niedrigen CPMs – ideal für Branding
Warenkorbabbrecher zurückgewinnenDisplaynetzwerk (Remarketing)Gezieltes Wiederansprechen von Nutzern mit bekanntem Interesse
Neue Produkte bekannt machenDisplaynetzwerkKeine aktive Nachfrage vorhanden – Aufmerksamkeit muss erst erzeugt werden
Lokale DienstleistungenSuchnetzwerk„Klempner Köln" oder „Zahnarzt München" – direkte Nachfrage mit lokalem Bezug
Kombination beider ZieleBeide – getrennte KampagnenSuchnetzwerk für Conversions, Display für Reichweite und Retargeting parallel

Häufige Fehler und Best Practices

Typische Fehler
  • Such- und Displaynetzwerk in einer Kampagne aktiviert – kein getrenntes Budget möglich
  • Displaynetzwerk an konversionsorientierten Kampagnen angehakt – verzerrt alle Daten
  • Keine Ausschluss-Placements – Anzeigen erscheinen auf irrelevanten oder markenschädlichen Seiten
  • Suchanzeigen-Texte unverändert im Display eingesetzt – funktionieren visuell nicht
  • Kein Frequency Capping – Nutzer sehen dieselbe Anzeige zu oft und entwickeln Banner-Blindheit
Best Practices
  • Immer separate Kampagnen für Such- und Displaynetzwerk anlegen
  • Für Display: Placements regelmäßig prüfen und irrelevante Seiten ausschließen
  • Frequency Capping setzen – max. 3–5 Einblendungen pro Nutzer pro Tag
  • Display-Anzeigen visuell gestalten – Bilder und Markenfarben nutzen
  • Remarketing-Listen sauber segmentieren – Warenkorbabbrecher anders ansprechen als reine Seitenbesucher

Häufige Fragen

Warum ist die CTR im Displaynetzwerk so viel niedriger als im Suchnetzwerk?
+

Im Suchnetzwerk antwortet die Anzeige auf eine aktive Suchanfrage – der Nutzer ist auf der Suche nach einer Lösung. Im Displaynetzwerk wird die Anzeige beim passiven Konsum von Inhalten eingeblendet. Die Kaufabsicht ist deutlich niedriger, Banner-Blindheit ist weit verbreitet und der Nutzer hat keinen unmittelbaren Grund zu klicken. Eine niedrige CTR im Display ist daher normal und kein Zeichen für schlechte Performance – entscheidend sind Reichweite, Kosten pro 1.000 Einblendungen (CPM) und Conversions.

Lohnt sich das Displaynetzwerk auch für kleine Budgets?
+

Für Branding-Zwecke ist das Displaynetzwerk mit kleinem Budget nur bedingt sinnvoll – die Reichweite bleibt begrenzt. Sehr effektiv ist es jedoch als Remarketing-Kanal: Wer bereits Websitebesucher hat, kann diese gezielt mit Display-Anzeigen erneut ansprechen. Da die Zielgruppe bereits bekannt ist, sind die Streuverluste gering und selbst kleine Budgets können messbare Ergebnisse liefern.

Was sind Managed Placements und wann sind sie sinnvoll?
+

Bei Managed Placements wählt man manuell aus, auf welchen spezifischen Websites oder Apps die Anzeige erscheinen soll – anstatt Google die Auswahl zu überlassen. Das ist sinnvoll, wenn man bestimmte Branchenportale, Fachblogs oder thematisch sehr passende Websites kennt, auf denen die Zielgruppe aktiv ist. Der Nachteil: Die Reichweite ist geringer als bei automatischem Targeting, dafür ist die Relevanz der Platzierungen deutlich höher.

Kann ich im Displaynetzwerk auch ohne eigene Bilder werben?
+

Ja. Mit Responsive Display Ads reicht es, Texte (Headlines, Descriptions) und ein Logo hochzuladen – Google erstellt daraus automatisch Anzeigen in allen gängigen Formaten und Größen. Eigene Bilder verbessern jedoch die Performance und Markenwirkung erheblich. Für professionelle Kampagnen sind individuelle Creatives mit Markenbild, klarem Nutzenversprechen und Call-to-Action empfehlenswert.

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